Restaurant Julien richtet an Heiligabend 18. Weihnachtsessen aus

DIE RHEINPFALZ, Ausgabe Pfälzische Volkszeitung vom Mittwoch, 27. Dezember 2017

Restaurant „Julien“ richtet Heiligabend-Feier für „alt - arm - allein“ aus - Blitzspendenmarathon zugunsten der Altenhilfe

VON HEIDELORE KRUSE

Bei einem feinen Weihnachtsmenü in festlicher Umgebung und liebevoll umsorgt von freundlichen Menschen den Heiligabend beginnen: Im 18. Jahr waren dazu am Sonntagmittag 53 betagte Männer und Frauen aus Stadt und Landkreis, die die Altenhilfe „alt – arm - allein“ von RHEINPFALZ, Apostelkirche und Marienkirche das Jahr über betreut, von Restaurantchefin Martina Langguth ins „Julien“ eingeladen.
Für viele der Gäste, die in diesem Jahr nach dem Zufallsprinzip eingeladen worden waren, war es das erste Mal, dass sie dabei sein konnten. Trotz teilweise erheblicher Sprachbarrieren untereinander kam man mit den fremden Menschen am gemeinsamen Tisch meist rasch ins Gespräch. „Wir sind Freunde“, erklärte denn auch Boris aus Lettland, der mit Ida und Ala aus Russland und Emilia aus der Slowakei zusammensaß. Sie seien sehr zufrieden und dankbar, dass sie eingeladen wurden, sagte er im Namen aller. Die Frauen strahlten und nickten dazu.„Das ist das beste, wenn du allein bist; ich bin sehr, sehr dankbar für die Unterstützung“, freute sich Genrietta, beim Heiligabend-Essen im „Julien“ dabei sein zu dürfen. Froh, dass sie dabei sein konnten, ließen Tatjana und Igor den Anlass und die freundliche Umgebung eher still auf sich wirken. Er habe lange nicht gewusst, dass es diese Seniorenhilfe gibt, erst von Bekannten habe er davon gehört und werde jetzt unterstützt mit einer Fahrkarte, erzählte Albert aus Ramstein dankbar. Mit Leuten reden zu können, sei auch gut. Zunächst noch ein wenig in sich gekehrt, ließ er sich sein Essen schmecken.

Wie Albert waren noch weitere Gäste mit dem Zug aus Ramstein zum Weihnachtsessen gekommen. Werner Stumpf, der stellvertretende Vorsitzende von „alt – arm – allein“, wollte sie anschließend mit dem Auto nach Hause fahren. Für den Transport hatte auch Hotelchef Hans Sachs seinem Shuttlefahrer Manfred Schlachter wieder einen Bus zur Verfügung gestellt.

Von den Gästen unbemerkt, ging es in der Küche rund. An roten Nikolausmützen von Azubis und freiwilligen Helfern blinkten die Lichter, während unter der bewährten Regie von Chef de Cuisine Eddy Brandstetter gekocht und aufgetischt wurde: Kürbiscremesuppe, gefolgt von Salat mit Wildkräutern und Joghurt-Vinaigrette, danach Coq au Vin mit Beilagen und zum Abschluss Dessert-Variationen. Azubi Granit an der Spüle hatte ebenfalls gut zu tun.

Mit zarten Weihnachtsweisen begleitete Katrin Hirschelmann mit ihrer Harfe bereits zum vierten Mal das Weihnachtsessen im „Julien“. Und plötzlich war in der Person von Wolfgang Greß auch der Weihnachtsmann mit seiner Gitarre da. Für die Gäste ließ der Heimleiter des Wohn- und Pflegeheims Kessler-Handorn „Am Weihnachtsbaum die Lichter brennen“ und sang mit ihnen gemeinsam „Leise rieselt der Schnee“.

Für weitere Überraschung an Heiligabend sorgten zwei junge Männer, die auf einmal am Rande der Veranstaltung für Senioren aufgetaucht waren. Sascha Krämer und David Schott, Gründer des E-Zigaretten Fachhandels „The Way of Liberty“, hatten einen Blitzspendenmarathon gestartet und innerhalb von acht Stunden insgesamt 3000 Euro zusammengebracht.

Foto: View - die agentur