Jubiläumsveranstaltung im Stiftskeller

alt-arm-allein feiert in diesem Jahr 20-jähriges Bestehen

Es waren Gedanken über eine Spendenaktion der RHEINPFALZ in der Vorweihnachtszeit, die im November 1997 eine Initiative entwickelten, die sich 20 Jahre später immer noch als unbürokratische Hilfe für ältere, bedürftige und alleinstehende Menschen beweist. Mit Gründungsmitgliedern, ehrenamtlichen Helfern und Unterstützern feierte „alt – arm – allein“ am 8. September im Stiftskeller der Stadtsparkasse das Jubiläum.

Wie alles begann, schilderte RHEINPFALZ-Redaktionsleiter Hans-Joachim Redzimski. Seine Mutter hatte ihm das Stichwort gegeben: „Mach doch was für alte Leute.“ Die Pfarrer der nahen protestantischen Apostelkirche und der katholischen Marienkirche sagten formlos ihre Unterstützung zu für eine Aktion, die auf Anhieb Spenden der RHEINPFALZ-Leser von rund 150.000 Mark einbrachte. Ein Ergebnis, das den Initiatoren zeigte, dass sie mit ihrer Idee richtig lagen.Bis heute sind die „häkelnden Hände“ das Symbol einer Spendenaktion von RHEINPFALZ, Apostelkirche und Marienkirche, die – Initiator Redzimski betonte es ausdrücklich – nie als langfristige Aktion gedacht war, die sich aber unaufhaltsam weiterentwickelte. Von einer Initiative mit Arbeitskreis zu einem Verein mit Vorstand. Irgendwann wurde in den Räumen der Caritas eine Geschäftsstelle eingerichtet, die Zeitschrift „Wir“ ins Leben gerufen und schließlich eine Stiftung gegründet, die sich, so Redzimski, sehr beachtlich entwickelt hat.

„Wir haben nie finanziell, immer nur materiell geholfen, wo Menschen sich mit eigenem Geld etwas nicht leisten konnten“, unterstrich Redzimski. Wichtig sei „alt − arm − allein“ immer auch gewesen, neben materiellen auch Herzenswünsche zu erfüllen und mit dem Besuchskreis das Bedürfnis nach menschlicher Nähe. Fazit des Initiators von „alt - arm - allein: Aus bescheidenen, sehr vorsichtigen Anfängen heraus ist es gelungen, eine soziale Einrichtung in Kaiserslautern zu schaffen, die uns zu Recht mit Stolz erfüllt.

Erste Kreisbeigeordnete Gudrun Heß-Schmidt betonte die Weitsicht der Initiatoren, die die Altersarmut schon vor 20 Jahren auf dem Schirm gehabt hatten: „Sie haben eine wunderbare Initiative gestartet und über die Jahre am Leben erhalten.“ Der Landkreis werde sie weiter unterstützen.

Für die Stadt Kaiserslautern würdigte Beigeordneter Joachim Färber „alt − arm − allein“ als wahre Vorbilder, die ehrenamtlichen Helfer als unverzichtbare Säulen bürgerlichen Miteinanders. Er spüre, dass diesen die Hilfe eine Herzensangelegenheit sei: „Sie begleiten Menschen in ihrer Einsamkeit und machen ihr Leben lebenswert.“

Keiner habe sich um die Initiative so verdient gemacht wie Norbert Thines, der langjährige Vorsitzende des Vereins „alt − arm − allein“, hob Gastgeber Werner Stumpf in seiner Begrüßung hervor. Das Mitglied des Vorstands der Stadtsparkasse und stellvertretende Vorsitzende von „alt − arm − allein“ nannte ihn einen Riesenwerbefaktor für den Verein. Hans-Joachim Redzimski sprach von einem wahren Glücksfall, Norbert Thines in einer für diesen sehr schweren Zeit, für die Mitarbeit in der regionalen Altenhilfe gewinnen zu können.

Quelle: Heidelore Kruse, DIE RHEINPFALZ, Ausgabe Kaiserslautern vom 9. September 2017
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